Kanutouren weltweit

Das Donaudelta per Kanu erfahren

Mit dem Donaudelta an Rumäniens Schwarzmeerküste tun sich dem leidenschaftlichen Paddler wie auch dem Natur- und Vogelfreund ungeahnte Erlebnisse auf. Als anspruchsvolles Paddelgebiet sind es nicht unbedingt die Stromschnellen, die den Nervenkitzel ausmachen, sondern Sumpfgebiete, weite Entfernungen zu Landungsmöglichkeiten und unsichtbare Strömungen. Vonseiten der Natur hat das zweitgrößte naturbelassene Delta Europas und UNESCO-Weltnaturerbe viele Überraschungen parat.

Die Natur im Donaudelta

Das Donaudelta ist nicht nur ein wichtiges Feuchtgebiet und Biosphärenreservat, sondern auch ein Schutzreservat für Vögel. Insgesamt erstreckt sich das Delta auf einer Fläche von über 4.300 Quadratkilometern. Die drei Hauptkanäle sind Sulina, Chilia und Sfantul Gheorghe. Aufgrund der enormen Mengen an Sedimenten, die die Donau mit sich bringt, wächst das Delta jährlich vierzig Meter weiter ins Meer hinaus. Zusätzlich steigt der Wasserspiegel immer höher an, da sich die Sedimente auch am Flussgrund ablagern.

Vor allem Ornithologen haben an einer Kanufahrt in dieser Region ihre helle Freude. Im Sommer kann man hier mit über 150 verschiedenen Vogelarten rechnen. Die spektakulärsten sind wohl der Krauskopf- und der Rosapelikan. Mit großer Sicherheit bekommt man beim Paddeln verschiedene Reiherarten, Löffler und Sichler zu Gesicht. Eher eine Seltenheit sind die Rosaflamingos. Wer lautlos mit dem Kanu durchs Wasser gleitet, hat einen großen Vorteil für die Beobachtung von Vögeln auf seiner Seite. Während der Vogelzugzeiten können die meisten unterschiedlichen Arten beobachtet werden.

<h2>Wassertiere und Pflanzen

Das Donaudelta hat seine Bedeutung insbesondere aufgrund der Fischvorkommen. Für die Einheimischen war die Fischerei über lange Zeit die Hauptnahrungs- und Einnahmequelle. Heute hat der Fischfang wegen seiner strengen Reglementierung allerdings an Bedeutung verloren. Hering, Karpfen, Stör, Wels und Zander sind die wohl bedeutendsten Fischarten für die Versorgung der Bevölkerung. Des Weiteren finden sich im Delta viele Lurche, Frösche und im Sommer vor allem Mückenlarven. Die daraus schlüpfenden Mücken können so manchen Kanuten an seine Grenzen bringen.

Während jenseits der Ufergrenze Wälder aus Weiden, Pappeln und Eichen sprießen, kommen im Wasser vor allem Schilf und Röhricht vor. An ruhigen Ecken gedeihen unter anderem Wasserlinsen, Seerosen und Brunnenkresse. Ehe man einen Landgang versucht, sollte man sich genauestens versichern, dass es sich tatsächlich um ein festes Ufer handelt. Manche schwimmende Insel oder Ansammlung von Wasserpflanzen sieht täuschend ähnlich aus.

Kanutouren im Donaudelta

Dreh- und Angelpunkt der Region ist der Ort Tulcea. Eine Tour ohne ortskundigen Führer ist nicht empfehlenswert. Das Delta ist so groß und schwer zu überschauen, dass sich Fremde nur zu leicht verirren können. Neben Tulcea stellt der Ort Mila 23 die einzige Möglichkeit zur Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln dar.

Wer möchte, nimmt auf eine Kanufahrt seine Angelausrüstung mit. Ein selbstgefangener Fisch zum Abendessen ist schon eine besondere Delikatesse. Zum Übernachten finden sich verschiedene Pensionen in der Region. Möglich ist ebenso das Zelten auf einer der Inseln oder die Unterkunft bei Einheimischen.

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ashe